Aktualisierung: Online-Terminvergabe wieder möglich
Die Online-Terminberghabe steht wieder zur Verfügung (Stand 04.09.2026, 08:45 Uhr).
Nutzerinnen und Nutzer können hier die Online-Terminvergabe erreichen.
Aufgrund einer technischen Störung war die Online-Terminvergabe, etwa für Termine in der Straßenverkehrsabteilung oder der Ausländerbehörde, von Montag bis Freitagfrüh nicht erreichbar.. Grund dafür war ein Infiormationssicherheitsvorfall. Die Störung ist jetz behoben.
Aktualisierung 02.09.2026, 09:30 Uhr:
Aktualisierung des Dienstleisters zu seiner Presseinformation vom 01.09.2026:
Die vertiefte forensische Analyse hat unsere bisherige Vorsichtseinschätzung inzwischen deutlich präzisiert: Zwar waren zwei Kundeninstanzen in Aktivitäten beziehungsweise Versuche des Angreifers einbezogen, tatsächlich näher angegriffen wurde nach unseren Erkenntnissen jedoch nur eine davon. Auch für diese Instanz gilt inzwischen Entwarnung: Ein Abfluss personenbezogener Daten konnte ausgeschlossen werden; die Aktivitäten des Angreifers waren nach unseren Erkenntnissen auch nicht darauf ausgerichtet. Das mit dem Angriff verfolgte Ziel wurde zudem nicht erreicht.
Die konkreten Erkenntnisse zur betroffenen Kundeninstanz werden wir zunächst unmittelbar mit der jeweiligen Kommune besprechen, bevor wir hierzu weitere Details veröffentlichen.
Aktualisierung 01.09.2026, 14:15 Uhr
Presseinformation des externen Dienstleisters:
Informationssicherheitsvorfall bei TEVIS-Online: Kommunix arbeitet an Wiederherstellung und informiert Betreiber über Schutzmaßnahmen
Unna, 1. September 2026 – Die Kommunix GmbH untersucht derzeit einen Informationssicherheitsvorfall auf der von ihr betriebenen Hosting-Infrastruktur für den Online-Terminreservierungsdienst TEVIS-Online unter termine-reservieren.de. Der betroffene Server wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls am 31. August vorsorglich vollständig außer Betrieb genommen.
Die Wiederherstellung auf einer neu aufgesetzten Infrastruktur läuft. Im Laufe des heutigen Tages sollen die einzelnen Kundeninstanzen schrittweise wieder zur Verfügung gestellt werden.
Nach dem derzeitigen Stand der forensischen Analyse haben wir sehr konkrete Hinweise auf den wahrscheinlichen Angriffsweg und wissen, wie dieser technisch abgesichert werden kann. Details hierzu veröffentlichen wir zum jetzigen Zeitpunkt bewusst noch nicht. Wir möchten zunächst sowohl unsere eigene Infrastruktur als auch die von Kunden selbst betriebenen TEVIS-Online-Systeme absichern, bevor Informationen veröffentlicht werden, die für weitere Angriffe genutzt werden könnten.
Alle uns bekannten Betreiber selbst gehosteter TEVIS-Online-Instanzen werden deshalb im Laufe des Vormittags des 1. September proaktiv von uns kontaktiert und erhalten konkrete Empfehlungen zur Absicherung ihrer Systeme.
Bislang kein nachgewiesener Abfluss personenbezogener Daten
Ein Abfluss personenbezogener Daten ist bislang nicht nachgewiesen. Nach dem derzeitigen Stand unserer Untersuchungen gehen wir davon aus, dass es dem Angreifer wahrscheinlich nicht gelungen ist, relevante Mengen personenbezogener Daten zu erlangen. Vollständig ausschließen können wir einen Zugriff zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht.
Die bisherige forensische Analyse grenzt relevante Aktivitäten des Angreifers insbesondere auf zwei Kundeninstanzen ein. Für die übrigen Instanzen liegen uns derzeit keine Hinweise auf eine entsprechende Betroffenheit vor.
Mit den beiden betreffenden Kunden stehen wir deshalb unmittelbar in persönlichem Kontakt. Gemeinsam mit ihnen werden wir die dort vorhandenen Informationen auswerten, um eine mögliche Betroffenheit weiter einzugrenzen.
Sollte es tatsächlich zu einem Zugriff auf personenbezogene Daten gekommen sein, gehen wir nach aktuellem Erkenntnisstand davon aus, dass sich eine mögliche Betroffenheit auf diese beiden Instanzen konzentriert.
Architektur begrenzt die auf dem Hosting-System vorhandenen Daten
TEVIS-Online ist bewusst so konzipiert, dass personenbezogene Daten aus einer Terminreservierung nur vorübergehend auf der öffentlich erreichbaren Internet-Infrastruktur gespeichert werden.
Die eigentliche Verarbeitung und dauerhafte Speicherung erfolgt im TEVIS-Backend der jeweiligen Behörde beziehungsweise des betreibenden Rechenzentrums. Dieses Backend wird vom Kunden selbst betrieben. Kommunix hat als Hersteller und Hosting-Anbieter keinen Zugriff auf die dort dauerhaft gespeicherten Daten.
TEVIS-Online ist damit bewusst keine zentralisierte SaaS-Datenhaltung. Kommunix ist Hersteller sowohl des TEVIS-Backends als auch des Online-Produkts. Das Backend wird jedoch grundsätzlich von den jeweiligen Kunden beziehungsweise deren beauftragten Rechenzentren betrieben und nicht von Kommunix. Das Hosting des Online-Produkts bietet Kommunix als optionale Dienstleistung an.
Auf der öffentlich erreichbaren Hosting-Infrastruktur befinden sich grundsätzlich nur diejenigen Reservierungsdaten, die noch nicht an das jeweilige Backend übertragen wurden.
Sobald das TEVIS-Backend eine Reservierung übernommen hat, werden die dafür zwischengespeicherten Daten auf TEVIS-Online nicht mehr benötigt. Je nach eingesetzter Synchronisation und kundenseitiger Konfiguration beträgt dieser Zeitraum lediglich Millisekunden bis wenige Minuten. Nur wenn das jeweilige Backend vorübergehend nicht erreichbar ist, müssen die Daten entsprechend länger zwischengespeichert werden.
Diese Architektur begrenzt damit auch die Menge personenbezogener Informationen, die bei einem erfolgreichen Angriff auf die öffentlich erreichbare Infrastruktur überhaupt zugänglich sein könnte. Dieser Sicherheitsaspekt kommt uns im aktuellen Vorfall ausdrücklich zugute.
Die Architektur hat zugleich eine praktische Konsequenz für die weitere Untersuchung: Ob einzelne Reservierungen beziehungsweise Bürgerinnen und Bürger möglicherweise betroffen waren, kann teilweise nur anhand des jeweiligen TEVIS-Backends festgestellt werden. Diese Daten befinden sich beim Kunden und stehen Kommunix auf dem Hosting-System nicht zur Verfügung.
Wir stellen unseren Kunden deshalb auf unserer Informationsseite einen Leitfaden zur Verfügung, mit dem sie die im möglicherweise relevanten Zeitraum verarbeiteten Datensätze auf ihrem eigenen TEVIS-System identifizieren können. Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf steht unser Support zur Verfügung.
Bei den beiden Kundeninstanzen, auf denen unsere forensische Analyse konkrete relevante Aktivitäten des Angreifers erkennen lässt, gehen wir darüber hinaus proaktiv auf die Betreiber zu und führen die weitere Untersuchung gemeinsam mit ihnen durch.
Dass ein Teil dieser Prüfung auf den Systemen der Kunden erfolgen muss, ist keine Verlagerung der Aufarbeitung, sondern eine unmittelbare Folge der bewussten Trennung der Datenhaltung zwischen öffentlich erreichbarem Online-Dienst und dem jeweiligen Backend der Behörde.
Angreifer war mehrere Tage unentdeckt aktiv
Die ersten inzwischen identifizierten Aktivitäten des Angreifers reichen bis zum 26. August 2026 zurück. Der Vorfall wurde am 31. August 2026 erkannt.
Damit konnte sich der Angreifer über mehrere Tage sporadisch auf dem System bewegen, ohne dass dies erkannt wurde. Diese Erkennungszeit ist für uns nicht zufriedenstellend und wird Bestandteil unserer technischen Nachbereitung des Vorfalls sein.
Nach dem bisherigen Stand der Analyse waren die Aktivitäten in diesem Zeitraum allerdings nicht kontinuierlich. Einen größeren Schaden oder einen belegten umfangreichen Datenabfluss konnten wir bislang nicht feststellen.
Nach der Erkennung haben wir uns bewusst für die sicherere Variante entschieden: Der komplette betroffene Server wurde abgeschaltet und wird nicht lediglich bereinigt. Wir behandeln das System auf Betriebssystemebene als kompromittiert und bauen die benötigten Dienste auf einer neuen Infrastruktur wieder auf
VISITVIS-Online vorsorglich ebenfalls abgeschaltet
Auch VISITVIS-Online ist derzeit nicht verfügbar. Der Dienst wurde historisch auf derselben Server-Infrastruktur betrieben und deshalb gemeinsam mit TEVIS-Online vorsorglich abgeschaltet.
Die untersuchte Schwachstelle liegt jedoch im Umfeld von TEVIS-Online. Für VISITVIS-Online gibt es derzeit keine Hinweise auf einen entsprechenden Angriff. Darüber hinaus werden die dort zwischengespeicherten Daten aus Verpflichtungserklärungen zusätzlich anwendungsseitig verschlüsselt gespeichert.
Weitere Untersuchung und transparente Aufarbeitung
Unsere forensische Untersuchung läuft weiter. Bei den beiden Kundeninstanzen, für die konkrete relevante Aktivitäten festgestellt wurden, werden wir gemeinsam mit den jeweiligen Betreibern insbesondere prüfen, ob es Hinweise darauf gibt, dass personenbezogene Daten tatsächlich eingesehen oder übertragen wurden.
Allen übrigen Kunden stellen wir die notwendigen Informationen für eine eigene Prüfung zur Verfügung und unterstützen sie bei Bedarf über unseren Support.
Ob sich daraus Melde- oder Informationspflichten ergeben, wird auf Basis dieser Erkenntnisse gemeinsam mit den betroffenen Stellen bewertet.
Unsere Kunden informieren wir während der laufenden Arbeiten fortlaufend über eine gesonderte Informationsseite. Nach Abschluss der Untersuchungen werden wir die wesentlichen Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Maßnahmen in einem Abschlussbericht veröffentlichen.
Für Presseanfragen steht die Kommunix GmbH unter info@kommunix.de zur Verfügung.
Aktualisierung 01.09.2026, 10:55 Uhr:
Bei dem von uns eingesetzten Online-Terminreservierungsdienst kam es zu einem Informationssicherheitsvorfall beim technischen Dienstleister.
Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass Daten tatsächlich eingesehen oder missbräuchlich verwendet wurden. Einige Terminreservierungen fielen jedoch in einen Zeitraum, für den ein Zugriff auf personenbezogene Daten nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Betroffen sein könnten insbesondere die bei der Terminreservierung angegebenen Kontaktdaten, beispielsweise E-Mail-Adressen.
Der Vorfall wird weiterhin durch den externen Dienstleister untersucht. Der Landkreis Wolfenbüttel und der externe Dienstleister stehen im engen Austausch.
Die Online-Terminvergabe steht derzeit nicht zur Verfügung, dies wird voraussichtlich erst am Mittwoch wieder der Fall sein.