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Datum: 11.11.2020

Corona-Virus: Häufig gestellte Fragen zur Quarantäne und Reiserückkehrer

Diese Informationen gelten für Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Wolfenbüttel. Sollten Sie in einem anderen Landkreis oder gar einem anderen Bundesland wohnen, müssen Sie sich an ihr dort zuständiges Gesundheitsamt wenden.

Wer muss in Quarantäne?

In Quarantäne müssen alle Menschen, die positiv auf eine Corona-Virus-Infektion getestet wurden und die Menschen, die Kontakt mit einem nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Menschen hatten. Die zuletzt genannte Gruppe ist ansteckungsverdächtig, ohne bereits krank zu sein. Zudem kann durch das Gesundheitsamt auch gegenüber Personen die aufgrund ihrer Symptomatik krankheitsverdächtig sind, sowie gegenüber deren Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet werden. Auch Reiserückkehrende unterliegen unter manchen Umständen den Quarantäneregeln (siehe nächste Fragen).

Das Gesundheitsamt ordnet die Quarantäne an, beziehungsweise stellt das Vorliegen der Voraussetzungen fest. In der Regel sollen sich die betroffenen Menschen zu Hause isolieren. Schwerkranke werden gegebenenfalls im Klinikum isoliert.

Ich plane eine Auslandsreise – was muss ich beachten?

Auf Reisen sollten Sie derzeit generell verzichten. Sollten Sie eine Reise dennoch antreten, informieren Sie sich auf der Webseite des Robert-Koch-Institutes (RKI), ob das von Ihnen geplante Reiseziel als Risikogebiet eingestuft ist. Reiserückkehrer aus einem Land, das das RKI als Risikogebiet eingestuft hat, sind nämlich verpflichtet, sich im Anschluss an die Reise für 10 Tage in Quarantäne (Absonderung) zu begeben.

Ich war auf Auslandsreise in einem Risikogebiet – was muss ich beachten?

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich unverzüglich über das Einreiseanmeldung-Internetportal melden. Außerdem sind Sie grundsätzlich verpflichtet, sich nach Ihrer Rückkehr unverzüglich abzusondern. Das bedeutet in der Regel, dass Sie sich auf direktem Wege nach Hause begeben und dort isolieren müssen.

Ist eine Meldung über das Internetportal nicht möglich, können Sie eine Aussteigekarte (PDF) ausfüllen. Ist Ihnen dies auch nicht möglich, muss die Anmeldung per E-Mail direkt an das Gesundheitsamt (ifsg@lk-wf.de) erfolgen. Eine telefonische Anmeldung ist zurzeit aus organisatorischen Gründen leider nicht leistbar.

Gibt es Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten?

Ja, zum Beispiel gilt für diese Personengruppen eine Ausnahme von der Quarantänepflicht:

  • Personen, die im Rahmen des sogenannten kleinen Grenzverkehrs reisen und sich nicht länger als 24 Stunden im Risikogebiet aufhalten
  • Grenzpendler oder -gänger, die nachweislich zwingend notwendig berufs-, studien- oder ausbildungsbedingt in ein Risikogebiet einreisen
  • Durchreisende
  • Personen, die ihre Familie besuchen und sich nicht länger als 72 Stunden im Risikogebiet aufgehalten und dabei angemessene Schutz- und Hygienemaßnahmen eigehalten haben

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Landes Niedersachsen.

Wie kann ich mich als Reiserückkehrer von der Quarantäne befreien lassen?

Die Quarantänezeit kann frühestens fünf Tage nach der Einreise beendet werden. Voraussetzung dafür ist ein Corona-Test, der die Anforderungen des Robert Koch-Instituts erfüllt, mit negativem Testergebnis in deutscher oder englischer Sprache, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise vorgenommen werden darf.

Eine zusätzliche Bescheinigung des Hausarztes ist nicht notwendig.

Beobachten Sie dennoch auch nach Vorliegen des negativen Testergebnisses sorgfältig, ob Sie oder Ihre Mitreisenden typische Symptome (zum Beispiel Husten, erhöhte Temperatur) entwickeln und informieren Sie darüber telefonisch Ihren Hausarzt. Außerhalb der Sprechzeiten nutzen Sie bitte die Telefonnummer 116 117 des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Muss ich als Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet den Test bezahlen?

Der Pflicht-Test ist für Sie kostenfrei. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Was passiert während einer Quarantäne?

Während der Quarantäne darf das Haus nicht verlassen werden – auch nicht für kurze Zeit oder um Besorgungen zu erledigen. Betroffene können Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn bitten, zu helfen und beispielsweise Lebensmittel zu besorgen, die dann vor der Haustür abgestellt werden können. Sollte dies nicht möglich sein, kann das Gesundheitsamt eine Versorgung veranlassen.

Um den Gesundheitszustand der betroffenen Personen im Blick zu behalten, steht das Gesundheitsamt mit ihnen in Kontakt. Wenn sich Symptome, wie beispielsweise eine erhöhte Körpertemperatur, zeigen, wird ein Test veranlasst.

Auch in der Quarantäne ist es möglich soziale Kontakte zu pflegen – nur eben nicht persönlich. Der Austausch und Kontakt mit Freunden und Familie über Telefon und Internet kann helfen, die Quarantäne gut zu überstehen.

Den eigenen Garten darf man während der Quarantäne übrigens betreten.

Weitere hilfreiche Tipps zur Gestaltung häuslicher Quarantäne finden Sie auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums (PDF).

Was passiert, wenn jemand gegen die Quarantäne-Auflagen verstößt?

Die Quarantäne dient dem Schutz aller Menschen vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus. Es ist daher sehr wichtig, sich an die Anordnung zu halten. Bei Verstößen gegen eine angeordnete Quarantäne ist ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro vorgesehen. In besonderen Fällen können Verstöße mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Wann wird man wieder aus der Quarantäne entlassen?

Bei Personen, die Kontakt zu einem nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Menschen hatten, endet die Quarantäne 14 Tage nach dem Kontakt. Eine weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen symptomfrei und gesund sind.

Falls jemand positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, ist der Ablauf folgender: Sofern kein Krankenhausaufenthalt aufgrund eines leichten Verlaufs bestand, erfolgt frühestens 10 Tage nach Symptombeginn die Beendigung der Quarantäne. Voraussetzung dazu ist, dass der Betroffene mindestens 48 Stunden zuvor symptomfrei war. Die Entlassung aus der Quarantäne erfolgt nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt.

Bei Krankheitsverdächtigen und deren Kontaktpersonen kann die Quarantäne auch durch den Nachweis eines negativen Corona-Tests beendet werden.

Aufgrund einer angeordneten Quarantäne habe ich Verdienstausfall erlitten. Wo kann ich Entschädigung beantragen?

Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) einem Tätigkeitsverbot oder einer Absonderung unterliegt oder unterworfen wurde und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann Entschädigung beantragen. Die Beantragung erfolgt durch den Arbeitgeber oder durch die selbstständige Person. Wer sich jedoch in ein Land begeben hat, das vor Reiseantritt bereits als Risikogebiet ausgewiesen war, hat keinen Anspruch auf Entschädigung.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier:

Informationen des RKI rund um Quarantäne in weiteren Sprachen

Englisch (PDF)
Französisch (PDF)
Russisch (PDF)
Türkisch (PDF)