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Datum: 14.09.2026

Fachtag zur Jugendarbeit: Demokratische Bildung und Umgang mit Rechtsextremismus

Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen der Jugendarbeit im Landkreis Wolfenbüttel haben sich am Samstag im Hörsaalzentrum der Ostfalia Hochschule zum 2. Fachtag Jugendarbeit 2026 getroffen. Unter dem Motto „Vielfalt feiern. Beteiligung leben. – unser Demokratieverständnis“ stand der Tag ganz im Zeichen von demokratischer Bildung, politischer Beteiligung und dem Umgang mit Rechtsextremismus in der Jugendarbeit. Ziel des Fachtags war es, dass die Fachkräfte und Engagierten der Jugendarbeit miteinander ins Gespräch kommen, ihre Perspektiven und Fragen teilen, neue Impulse für die eigene Praxis mitnehmen und sich noch stärker untereinander vernetzen.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Begrüßung durch Vertreterinnen und Vertreter der Kreis- und Stadtjugendpflege, in der die gute Kooperation zwischen Landkreis Wolfenbüttel und Stadt Wolfenbüttel in der Jugendarbeit hervorgehoben wurde. Im Anschluss eröffnete ein künstlerischer Beitrag von der queeren Poetry-Slam-Gruppe „Pebbles“ aus Braunschweig den Fachtag. Der Beitrag zum Thema Diversität machte deutlich, dass Demokratiebildung auch über kreative Ausdrucksformen erfahrbar werden kann.

Der Impulsvortrag von David Janzen von der niedersächsischen Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie unter dem Titel „Zwischen TikTok und Lagerfeuer – Rechtsextreme Strategien zur Radikalisierung junger Menschen und was Jugendarbeit dagegen tun kann“ bot einen Einstieg in das Thema Rechtsextremismus und Einblicke in die Arbeit der Mobilen Beratung.

Themen wurden in Workshops vertieft

In den anschließenden Workshops setzten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen vertiefend mit verschiedenen Facetten von Jugendarbeit und Demokratie auseinander:
Im Workshop „Wie umgehen mit diskriminierenden Sprüchen und rechtsextremen Einstellungen von Jugendlichen in der Jugendarbeit?“ wurde aufgezeigt, mit welchen Strategien rechtsextreme Akteurinnen und Akteure Jugendliche – online wie offline – ansprechen, wie Radikalisierungsprozesse verlaufen und welche Rolle soziale Medien, Cliquenstrukturen und scheinbar niedrigschwellige Angebote spielen. Zugleich wurden konkrete Handlungsmöglichkeiten und Strategien für die Jugendarbeit vorgestellt. Der Workshop wurden ebenfalls von David Janzen geleitet.

Im Workshop „Jugendarbeit ist politisch – weil es ihre Aufgabe ist“ ging es darum, was „politisch sein“ in der Jugendarbeit bedeutet und wie Jugendarbeit sich im Spannungsfeld von Neutralitätsdebatten, gesetzlichen Grundlagen und eigenen Haltungen bewegen. Viele Teilnehmern und Teilnehmerinnen bestärkte der Workshop dabei, die eigene Rolle klarer zu sehen: Viele nahmen mit, dass Jugendarbeit immer politisch ist und Politik nicht ausgeblendet werden kann. Der Workshop wurde von Dr. Anne Grebe Beraterin für Jugendpolitik und Jugendbeteiligung geleitet.

Der Workshop „Nachhaltige Vereinsarbeit – echte Jugendbeteiligung ist mehr als nur eine Option!“ beleuchtete, wie Jugendbeteiligung strukturell in Vereinen verankert werden kann und welche Bedeutung sie für Demokratievermittlung, Selbstwirksamkeit und langfristige Nachwuchsarbeit hat. Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen betonten, sie nähmen neue Ideen für jugendgerechte Beteiligungsformate mit und fühlten sich ermutigt, bestehende Strukturen kritisch zu überprüfen. Der Workshop wurde von Caspar Hauser geleitet.

Neben den fachlichen Inputs blieb über den Tag hinweg Raum für Austausch und Vernetzung. In Pausen und Diskussionen wurden Erfahrungen aus der Praxis geteilt und Ideen für zukünftige Kooperationen entwickelt. Am Nachmittag präsentierten sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ verschiedene Akteure und Akteurinnen aus der Jugendarbeit im Landkreis Wolfenbüttel mit ihren Angeboten, Projekten und Beteiligungsformaten.

Die Kreis- und Stadtjugendpflege Wolfenbüttel zogen als gemeinsame Veranstalter am Ende des Fachtags ein positives Fazit. In den Rückmeldungen von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wurden insbesondere die vielen Möglichkeiten für Austausch und die praxisnahen Tipps hervorgehoben. „Der Fachtag bot viel Raum sein eigenes Handeln zu reflektieren und bestätigte mich auch darin, dass ich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schon vieles richtig mache. Gerade das hat mir sehr gefallen.“ so ein Teilnehmer des Fachtages.